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06.01.2010

Lesezeit: etwa 4 Minuten

IT-Gipfel: Brüderle ist ein Träumerle

Durch die Medien geisterte die Nachricht vom IT-Gipfel, daß Bundeswirtschaftsminister Brüderle eine Million neue Arbeitsplätze durch die Investition von 40 Milliarden Euro in schnelle Weltnetzverbindungen (Internetzugänge) entstehen würden. Bundeskanzlerin Merkel und Herr Brüderle bleiben ansonsten sehr vage. Bei genauerer Betrachtung sollen dann bis Ende 2014 400.000 Arbeitsplätze in Deutschland entstehen. Was auf den ersten Blick wie ein mutiger Schritt nach vorn aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick wie die Vision von den blühenden Landschaften in Mitteldeutschland als heiße Luft eines ahnungslosen BRD-Politikers.

Mangelt es in Deutschland an schnellen Weltnetzverbindungen?

Wie einem Artikel vom 09.12.2009 im Tagesspiegel zu entnehmen ist, besitzen laut Breitbandatlas des Bundeswirtschaftsministerium 96,5% der Bundeshalte die Möglichkeit eines schnellen Weltnetzzuganges. Herr Brüderle möchte also mit 40 Milliarden Euro ein Problem bekämpfen, das 3,5% der Bundeshaushalte betrifft und somit als Randproblem bezeichnet werden kann.

Welche Erfahrungen in der Wirtschaft oder gar in der EDV kann Herr Brüderle vorweisen?

Herr Brüderle weist eine klassische BRD-Politikerkarriere nach der 3-Säle-Strategie auf: Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal.

Auszug aus der Weltnetzseite von Herrn Brüderle:

· Studium von Publizistik, Jura, Volkswirtschaft und Politische Wissenschaften an der Johannes Gutenberg Universität Mainz

· 1971 Examen als Diplomvolkswirt

· Verschiedene Lehraufträge im Bereich Wirtschaftspolitik

Rainer Brüderle von der FDP, der doch angeblich wirtschaftliche Kompetenz besitzt und über eine 40-Milliarden-EDV-Investition entscheiden möchte, hat nie in einem Unternehmen gearbeitet oder auch nur die blasseste Ahnung von EDV-Strategie. Bei seinem oberschlauen Auftreten in den Fernsehgesprächsrunden verwundert es schon, daß ihm noch niemand diese Frage gestellt hat.

Wo liegen die wirklichen Probleme?

Deutschland hat sich immer mehr vom EDV-Hersteller zum reinen EDV-Nutzer zurückentwickelt. Die größten Hersteller von Rechnern heißen HP und Dell. Netzwerkinfrastruktur wird von Cisco beherrscht. Den Softwarebereich dominiert Microsoft und als Netzwerkdienstanbieter hat Google den größten Markanteil. Alle genannten Unternehmen haben ihren Hauptsitz in den USA.

Deutschland war einst die Geburtsstätte der Rechner. Konrad Zuse entwickelt von 1937 bis 1941 den ersten funktionsfähigen Rechner Z3 in Berlin-Kreuzberg. Nixdorf war einst ein bedeutender Rechnerhersteller mit Sitz in Paderborn. Dann wurde erst die Rechnerherstellung ins Ausland verlagert, vor einigen Jahren geschah mit der Softwareentwicklung das Gleiche und Konzerne, wie Microsoft und Google, holen zum nächsten Schlag aus. Rechenzentren wurden bisher meist in Deutschland betrieben. Mit der sogenannten „Cloud-Strategie“ (deutsch Wolke), wird der angebotene Dienst in einem Rechenzentrum von Microsoft oder Google betrieben. Kein Rechenzentrum von Microsoft oder Google steht in Deutschland. Die 40-Milliarden-Euro-Investition von Herrn Brüderle wirkt sich in diesem teuflischen Plan sogar noch dahingehend hilfreich aus, daß auch bis ins letzte Dorf die Dienste von Microsoft oder Google verkauft werden können.

In welche Bereiche würde die NPD investieren?

Deutschland muß wieder ein EDV-Hersteller werden. Möglichst viele Software- und Rechnerkomponenten und Dienstleistungen müssen wieder als deutsche Wertarbeit hergestellt werden.

Es gab Versuche, Open-Source-Plattformen (z.B. Betriebssystem LINUX) in die öffentliche Verwaltung einzuführen. Hinter vorgehaltener Hand wird offen das Scheitern der Projekte zugegeben. Die erfolgreiche Einführung von Betriebssystemen hängt von den unterstützten Anwendungen und den verfügbaren Gerätetreibern ab. Die Stadt München hatte erst die Einführung von LINUX beschlossen und dann festgestellt, daß eine große Anzahl von Programmen gar nicht LINUX unterstützt und eine Portierung sehr teuer wäre. An dieser Stelle waren wohl die Brüderchen von Brüderle am Werk.

Sinnvoll ist z.B. die Einführung eines Schulrechners. Schüler laufen in der BRD immer noch mit schweren Schulranzen wie zu Gutenbergs Zeiten herum und Lehrer korrigieren Klassenarbeiten bis spät in die Nacht statt neue Technologie zu nutzen. Ein technologischer Sprung ist mehr als überfällig und wird als Initialzündung für eine neue EDV-Industrie in Deutschland dienen. Ein Rechnertyp für alle Schüler reduziert die Hardwarevielfalt und es werden im ersten Schritt nur Anwendungen über Weltnetztechnologie für den Schulbetrieb genutzt. Bisher gibt es nur ungenügende Programme, die z.B. eine dynamische Prüfung der Lerninhalte nicht anbieten. Eine spezielle LINUX-Distribution (z.B. unter dem Namen „Germania 2012“) setzt auf bewährte Technologie und schafft doch die Möglichkeit für eine deutsche Betriebssystemplattform. Die Schulanwendungen stammen von kleinen, deutschen Unternehmen. Schüler arbeiten dann mindestens 10 Jahre mit dem System und sind daran gewöhnt. Zusatzgeräte und –programme würden sich zwangsläufig gut verkaufen lassen. Von den Schulen wird es eine Ausbreitung über die Universitäten und Hochschulen bis hin zu den privaten Nutzern, Unternehmen und Behörden geben. Produkte von Microsoft breiteten sich auch über Schüler und Studenten aus. Eine ähnliche Einführungsstrategie war bei der Programmiersprache Java sehr erfolgreich. Studenten lernen Java an den Universitäten und somit entschieden sich Unternehmen auch für Java.

Ähnliche Konzepte werden für Weltnetzdienste, Softwareschnittstellen und –entwicklung und andere Bereiche ausgearbeitet und vorrangig mit neu zu gründenden Unternehmen umgesetzt. Ein überschaubarer Projektrahmen ist meist der Garant für eine erfolgreiche Umsetzung.

Die EDV-Welt ist sehr schnellebig und innerhalb von wenigen Jahren können sich die Marktverhältnisse dramatisch verändert. Lassen Sie uns aus dem Volk der Dichter und Denker auch wieder ein Volk der EDV-Erfinder und vor allem ein Volk von erfolgreichen EDV-Verkäufern machen und dadurch wieder EDV-Arbeitsplätze in Deutschland schaffen.


Berlin, den 06.01.2010
NPD-Pressestelle

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