npd-niedersachsen.de

16.10.2008

Lesezeit: etwa 17 Minuten

Das Ende der Pax Americana

Im heiligen Jahr 2000 geißelte der damalige polnische Papst Johannes Paul die Umwertung der Werte, die die moderne Welt vorgenommen habe. Er tat es mit einer düsteren Travestie auf die Bergpredigt: "Selig sind die Stolzen und die Gewalttätigen, die, die skrupellos, erbarmungslos und hinterhältig sind, die Krieg machen und nicht Frieden, und die jene verfolgen, die sich ihnen in den Weg stellen. Ja, sagt die Stimme des Bösen, sie werden gewinnen".

So schrieb Matthias Mattussek in Spiegel-Online über die Einstellung des damaligen Papstes zum neuen Zeitgeist.

Und wie skrupellos, erbarmungslos, hinterhältig und menschenverachtend diese neuen Götzenverehrer, diese Wölfe im Schafspelz sind und waren, sehen und sahen wir täglich. Sie zettelten Kriege an, stürzten demokratisch gewählte Regierungen, unterstützten Diktaturen, ließen hilflose Kinder verhungern, töteten Wehrlose und raubten erbarmungslos ganze Völker und Kontinente aus. Und sie beteten den Dämon Mammon an und hatten auch ihre Götzenbilder, die da hießen Shareholder Value, Gewinnmaximierung, Globalisierung, Investmentbanking, um nur einige zu nennen.

Nur, der Papst hatte unrecht, dem Herrn sei’s gedankt. Das Böse hat nicht gewonnen, es hat verloren. Alle Welt schreibt und spricht über die Finanzkrise. Aber die Finanzkrise ist nur eine Facette im Zusammenbruch des amerikanischen Systems, der ‚Pax Americana’, der ‚alles umfassenden amerikanischen Hegemonie’, es ist der Anfang vom Ende des Bösen.

Die Pax Americana spukte schon lange in den Köpfen der Denker in den amerikanischen Think Tanks. Mit dem Ende des kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion bekam diese Denkweise wieder neuen Schwung. Und es ist nicht nur der republikanische Präsident George W. Bush, der dafür einsteht und einstand. Er war und ist nur der tumbe Thor, den die Protagonisten der Pax Americana brauchten um ihre Vorstellung von der Welt-Hegemonie durchzusetzen beziehungsweise zu festigen. Die US-Demokraten waren kein Quäntchen besser als die Republikaner. So war der Sicherheitsberater des demokratischen Präsidenten Jimmy Carter, Zbigniew BrzeziÅ„ski, einer der Vordenker und Architekten der Pax Americana

Die Pax Americana, eine wohlwollende Hegemonie, wie es die Mordbrenner euphemistisch umschrieben. Wer sich dieser US-Hegemonie widersetzte, mußte mit der Anwendung institutionalisierter Macht und gegebenenfalls militärischer Gewalt rechnen. Mehr als einmal demonstrierte die Weltmacht USA dies, in dem sie nicht willfährige Regierungen stürzte und durch Stellvertreterkriege ihren Machtanspruch durchsetzte. Und die US-Hegemonie über große Teile der Welt war für die USA ein bequemes Mittel, die Wertschöpfung anderer Länder abzuschöpfen, der tiefe Sinn und Zweck der Übung Pax Americana. Eine nicht unerhebliche Rolle spielte dabei der maßlos überbewertete Dollar als Leitwährung.

Aus, vorbei, die Pax Americana ist mit einem dröhnenden Schlag zusammen gekracht und implodiert. Zurück bleibt ein großer unansehnlicher Scherbenhaufen, der einmal die Pax Americana war. Ein wahrer Segen für die Welt und die Menschheit.

Dabei hatte es an Stimmen nicht gefehlt, die warnten und auf das nahe Ende hinwiesen. Der französische Buchautor Emmanuel Todd hatte bereits im Jahre 1976 im Alter von 25 Jahren in seinem Buch ‚La chute finale’ das Ende der Sowjetherrschaft vorausgesagt. Jahrelang wurde er als Spinner abgetan, bis dann….., ja, bis es dann eintraf. Im Jahre 2002 sagte er in seinem Buch ‚ Après l’empire: Essai sur la décomposition du système américain’ das Ende der amerikanischen Hegemonie und den Verlust des Status als letzte verbliebene Supermacht voraus. Nach Todd hat der Niedergang der USA schon Ende der Neunziger Jahre begonnen und der Krieg gegen den Irak sowie die Auseinandersetzung mit Nordkorea seien nur Vorwände, um den eigenen Niedergang zu kaschieren. Die wichtigsten strategischen Akteure waren nach Todd bereits damals, Ende der Neunziger Jahre, Europa, Rußland, Japan und China. Amerika hatte bereits damals nicht mehr die Kraft, die Welt-Hegemonie aufrecht zu erhalten und würde auch den verbliebenen Teil seiner Weltherrschaft verlieren. Sehen wir jetzt den Zusammenbruch des amerikanischen Finanzsystems, so scheint Todd wieder einmal Recht zu haben.

Einer, der dieses System klar durchschaute ist Prof. Jean Ziegler. Er war bis 1999 Nationalrat im Schweizer Parlament und ist derzeit Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission für das Recht auf Nahrung. Er schreibt in seinem viel beachteten Buch DIE NEUEN HERRSCHER DER WELT und ihre globalen Widersacher:

……Es ist Unsinn, die Vereinigten Staaten als einfachen »Nationalstaat« zu betrachten. Die USA sind ein Imperium, das mit seinen Streitkräften – zu Wasser, zu Lande, in der Luft und im Weltraum –, internationalen Abhörsystemen und gigantischen Spionage- und Aufklärungseinrichtungen die ständige Expansion der oligarchischen Weltordnung garantiert. Ohne dieses Imperium und seine militärische und polizeiliche Schlagkraft könnte das Kartell der Gebieter der Welt nicht überleben.

und weiter:

……Statt auf die multilaterale Organisation der kollektiven Sicherheit haben die Gebieter des Kapitals auf die militärische Schlagkraft der amerikanischen Supermacht gesetzt. Anstelle einer internationalen schiedsgerichtlichen Schlichtung von Konflikten zwischen Staaten haben sie das Diktat des amerikanischen Imperiums gewählt. Und weit davon entfernt, die Produktion und Verteilung der Güter des Planeten einer normativen Wirtschaft anzuvertrauen, welche den elementaren Bedürfnissen der Erdbewohner Rechnung trüge, haben sie sie der »unsichtbaren Hand« des integrierten Weltmarkts übertragen, den sie perfekt kontrollieren.

Ist die Welt durch das Abschütteln dieser Blutsauger aus dem Gröbsten raus? Nicht ganz. Sehen wir uns die Marterwerkzeuge an, mit dem ein großer Teil des Planeten ausgeraubt wurde. Hierzu bediente man sich drei apokalyptischer Reiter, die da heißen WTO (World Trade Organization), Weltbank und IWF (Internationaler Währungsfond).
In der WTO sind (fast) alle Länder der Welt zusammengeschlossen. Hier werden zunächst mal für die reichen und etablierten Industriestaaten die Regeln und Umgangsformen aufgestellt, wie sie mit sich selber umgehen. Dann gibt es eine wichtige Abteilung, die für die Habenichtse aus der Dritten Welt zuständig ist. Hier wird den Habenichtsen klar gemacht, daß sie ihre Grenzen zu öffnen haben, Schutzzölle zum Wohle der heimischen Wirtschaft Teufelszeug seien und daher abzuschaffen sind und gleichwohl Schutzzölle der Etablierten und Reichen rechtens und in Ordnung sind. Widerspruch wird nicht geduldet. Wer aufmuckt, bekommt die ganze Härte des Systems zu spüren. Sodann beliefern die Etablierten und Reichen ihre hoch subventionierten Agrarprodukte in die Länder der Habenichtse und vernichten dort die heimische Agrarwirtschaft und schaffen Abhängigkeiten. Nun bitten die Habenichtse die Reichen und Etablierten um etwas Geld zum Überleben. Diese geben einen Teil des Geplünderten über die Weltbank in Form eines Kredites an diese zurück, nicht ohne Regeln und Forderungen aufzustellen, die die Habenichtse zuakzeptieren haben und diese noch abhängiger machen und in noch größere Armut stürzen. Und so schreibt Jean Ziegler über den ersten Präsidenten der Weltbank, den früheren amerikanischen Verteidigungsminister Robert McNamara:

Laut Jerry Mander war McNamara an der Spitze der Weltbank für den Tod von mehr Menschen verantwortlich als in seiner Zeit als Verteidigungsminister der USA, der für die Massaker in Vietnam zuständig war.
Ende des Zitats

Dann gibt es da noch den IWF (Internationalen Währungsfond). Hier haben die Reichen und Etablierten natürlich auch das Sagen. Sie sind mit 87 % überpräsent. Seine Aufgaben und Ziele hören sich zunächst mal gut an: Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, Ausweitung des Welthandels, Stabilisierung von Wechselkursen, Kreditvergabe, Überwachung der Geldpolitik, Technische Hilfe. Die Länder der dritten Welt sind dort auch Mitglied und können die Hilfe des Fonds beanspruchen. Gewährt der IFW einen Kredit, so werden dem Kreditnehmer härteste Auflagen diktiert, die immer in einer ökonomischen Katastrophe für den Kreditnehmer enden. So wird eine Haushaltskonsolidierung verlangt, was ja an sich nichts Schlechtes ist. Nur hier werden Streichungen von sozialen Leistungen, wie die medikamentöse Versorgung der Bevölkerung, gefordert. Die Ausgaben für Bildung werden gekappt, der Verkauf beziehungsweise die Privatisierung von öffentlich profitablen Dienstleistungen wie Wasser- und Stromversorgung verlangt. Diese landen dann in aller Regel bei ausländischen Investoren, welche die Gewinne abschöpfen und dem Wertkreislauf des Landes nicht mehr zur Verfügung stellen. Ein Land, dass sich darauf einläßt, sitzt später tiefer in der Schuldenfalle als vorher.

Die Sündenliste des IWF ist lang. Wo immer diese Chaostruppe wütete, ruinierte sie Volkswirtschaften und hinterließ eine Spur der Zerstörung, des Niedergangs und des Schreckens. Rußland, Argentinien, Brasilien, Thailand, insbesondere aber afrikanische Länder wie Niger, Mauretanien, Guinea, Sambia, Sáo Thome, Principe und einige mehr, können ein Lied davon singen. Gut und schön zu hören, daß unser Bundespräsident Horst Köhler für eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit Afrika plädiert.

Die Industrie- und Schwellenländer müssen Afrika als Partner ernst nehmen: politisch, wirtschaftlich und eben auch kulturell,

so Köhler. Er muß es wissen, immerhin war er von 2000 bis 2004 Direktor des IWF.

Joseph Stiglitz ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler. Für seine Arbeiten über das Verhältnis von Information und Märkten erhielt er 2001 zusammen mit George A. Akerlof und Michael Spence den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. In seinen Büchern ‚Die Schatten der Globalisierung’ und die ‚Die Chancen der Globalisierung’ setzt sich Stiglitz mit dem System auseinander und kommt zu dem Schluß, daß es ein Ausbeutungssystem der Hegemonialmächte ist.

Und in der Tat, die reichen Industriestaaten haben 140 Billionen Dollar damit zusammengetragen, die jetzt als vagabundierendes Kapitel wie eine Wolke rund um den Globus zieht und das schnellem Gewinn trachtet. Dieses vagabundierende Kapital ist jedenfalls nicht unmittelbar der Druckmaschine entsprungen. Es ist eine Summe der (aus der ökonomischen Wertschöpfung) separierten Einzelbeträge.

Über den IWF schreibt Stiglitz:

Der IWF ist kein Entwicklungshelfer und hat in den Ländern nur Chaos angerichtet.

Und Stiglitz weiß, worüber er schreibt. Er war von 1997 bis 2000 Chefökonom der Weltbank. Zutiefst von diesem System angewidert verließ er 2000 die Weltbank und wurde einer der schärfsten Gegner und Kritiker des Systems. Ziegler schreibt:

Die Söldlinge des IWF nennen sich »apolitisch«. Das ist eine glatte Lüge. In der Praxis steht nämlich der IWF im ständigen unmittelbaren Dienst der Außenpolitik der USA.

Der Rädelsführer der Plünderer, die USA mit ihrem hegemonialen Weltanspruch, ist vom Pferd gefallen und liegt auf der Intensivstation. Und es wird wohl auch nie wieder werden, wie es einmal war. Was aber machen seine Spiesgesellen, vornehmlich Europa und Japan? Sie waren ja immer mit von der Partie beim Plündern und Mordbrennen. Machen sie jetzt weiter wo der andere aufhört oder kommen sie zur Vernunft? Aus China hört man gute Mär. China, das selbst seine Erfahrung mit der Ausplünderung seiner Volkswirtschaft als Entwicklungsland gemacht hat, sagt den Entwicklungsländern seine Unterstützung zu. Das läßt hoffen.

Zu beobachten ist, daß beim Einsetzen des Schwächelns der Hegemonialmacht USA die Länder der Dritten Welt anfingen, selbstbewußter aufzutreten. Sie schafften es wider aller Hemmnisse, die man ihnen in den Weg legte, die Eigenproduktion generische Medikamente für die Aidsbehandlung gegen den wütenden Widerstand der etablierten Pharmakonzerne und deren Länder durchzusetzen und damit die Medikamente zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten zu produzieren.

Auch in der Doha-Runde treten sie selbstbewußter auf und lassen sich nicht mehr alles gefallen. Als Ziel der Doha-Runde wurde ausgegeben, Probleme der Entwicklungsländer in Zukunft besser zu berücksichtigen. In Wirklichkeit wurde wieder einmal von den Industrieländern versucht, die Entwicklungsländer teilweise über den Tisch zu ziehen. Nur, die Entwicklungsländer ließen sich das alles nicht mehr so einfach gefallen.
So fordern sie einen besseren Marktzugang zu den Industrieländern um Ihre Produkte besser exportieren zu können, einen Abbau von Importquoten und Zöllen als auch die Reduzierung von Subventionen im Agrarsektor der Industriestaaten.

Die Schwellenländer Indien und China verweigern sich – zu Recht -, ihre Zölle zum Schutze ihres Agrarmarktes zu senken um damit den Import massiv subventionierten Agrargütern der Industrieländer zu unterbinden. Venezuela hat das ganze Affentheater satt und ist ausgetreten.

Die Doha-Runde geht jetzt schon über mehrere Jahre. Die Länder der Dritten Welt zeigen ein bemerkenswertes Rückgrat und Stehvermögen. Das alles läßt zu einer Wende zum besseren hoffen. So einfach und leicht wie es früher mal war, lassen sich die Länder der Dritten Welt nicht mehr gängeln. Und die verbliebenen Etablierten werden jetzt wohl oder übel umdenken müssen und zu einem ordentlichen und ehrlichen Umgang mit den Ländern der dritten Welt kommen müssen, ob sie wollen oder nicht.

Kommen wir noch einmal zurück zum Zusammenbruch des amerikanischen Finanzsystems, was ja Schockwellen rund im den Globus auslöste. Befassen wir uns mal damit, was für Geistes Kinder die Amerikaner sind, die lange Zeit die Welt beherrschten und die für das nun angestellte Desaster verantwortlich sind.

Der Schweizer Wirtschaftsprofessor Fredmund Malik von der Universität St. Gallen analysierte in den Jahren 2003 und 2004 das ökonomische Umfeld der amerikanischen Wirtschaft. Er kam schon damals, also vor rund 5 – 6 Jahren, zu interessanten Schlussfolgerungen, die hier einmal verkürzt wieder gegeben werden. Zunächst räumte er mit ein paar Irrlehren auf:

Irrlehre Nr. 1
Amerika hat die stärkste Wirtschaft
Dazu Prof. Malik:
Amerika hat die größte Wirtschaft aufgrund der großen Bevölkerung, ob sie aber die Beste habe, verneinte der Professor, sie sei nicht stark, sondern schwach, sie habe den schwächsten Zustand seit dem zweiten Weltkrieg.

Irrlehre Nr. 2
Amerika hat die stärkste Wirtschaft, daher muß die USA auch die besten Manager haben.
Dazu Prof. Malik:
Das in der Welt verbreitete – als vorbildlich beschriebene - US-Managerbild ist falsch.
Oberstes Ziel der amerikanischen Managementlehre ist Shareholder Value, d.h., die Aktionäre reich zu machen und den Wert des Unternehmens zu steigern. Die strategischen Zukunftsziele eines Unternehmens werden nicht im erforderlichen Maße berücksichtigt, es wird nur in Quartalsergebnissen gedacht, was langfristig für ein Unternehmen verheerende Folgen hat.

Innerhalb von rund fünf Jahren, (ca. 1997 bis 2003, wurden in Deutschland und der Schweiz durch irregeleitetes Management nach US-Vorbild viele der nobelsten, besten und gesündesten Unternehmen in den Ruin geführt oder schwer geschädigt oder geschwächt, so Prof. Malik.

Als Hauptprobleme der US-Wirtschaft machte Prof. Malik folgende Schwachstellen aus:

Massiv überbewertete Sachwerte,
insbesondere Aktien und Immobilien, die nächste Blase die in Amerika platzen würde, wäre die Immobilienblase;

Ersparnisse auf Null
Die Amerikaner haben nicht nur ihre Ersparnisse aufgebraucht (in Europa besteht eine sehr hohe Sparquote), sondern der gesamte amerikanische Konsum beruht auf noch nie dagewesenem Maße auf Schulden und Pump;

Größte Gesamtverschuldung der Nachkriegszeit
Dieses Konsumverhalten hat insgesamt zur größten Gesamtverschuldung der Nachkriegszeit geführt und zwar in sämtlichen Sektoren wie Staat, Kommunen, öffentliche Hände, Wirtschaftsunternehmen, private Haushalte usw.;

Größtes Außenhandelsdefizit
Amerika hat konsumiert aber nicht mehr investiert und hat das größte Außenhandelsdefizit seiner Geschichte aufgebaut;

Stark steigende Auslandsverschuldung
Auswirkung dieser Verschuldung von Staat, Kommunen, öffentliche Hände, Wirtschaftsunternehmen, private Haushalte usw. war eine stark steigende Auslandsverschuldung;

Massiv überbewerteter Dollar,
der als Leitwährung der Ausplünderung von Volkswirtschaften Vorschub leistet;

Schlechte Unternehmensbilanzen
durch schlechtes Management und Überschuldung der Unternehmen;

Niedrigste Profitabelität der Nachkriegszeit;

und die

niedrigste Nettoinvestitionsquote der Nachkriegszeit;

sowie ein

Ein monströs geleveragtes Finanzsystem.

Nun was dem Prof. Malik im Jahre 2003 und 2004 schon bekannt war, wußten natürlich auch andere. Gerade Deutschland mit seiner Unzahl an Wirtschaftsforschungsinstituten wußte genau, was in Amerika lief. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, daß die Bundeskanzlerin beim G8 Gipfel in Heiligendamm mehr Transparenz und Kontrolle der Finanzsysteme forderte, was von den Amerikanern und Engländern freundlich lächelnd abgelehnt wurde.

Auch Finanzminister Steinbrück ging bei seiner Abrechnung mit dem US-Bankensystem vor dem Deutschen Bundestag auf das Thema ein. Er habe vor riskanten Geschäftsmodellen im weltweiten Finanzsystem gewarnt, mehr Transparenz und Kontrolle eingefordert. Bestenfalls seien Kanzlerin Angela Merkel und er mit ihren Vorschlägen „milde belächelt“ worden, so Steinbrück vor dem Bundestag.

Was heißt das? Sie wußten genau Bescheid und haben uns sehenden Auges ins Messer laufen lassen. Sie waren es doch, die ohne jegliche Not die Verbriefung dieser Derivate und die Hedgefonds zuließen. Jetzt, nachdem die Krise da ist, werden Leerverkäufe am Aktienmarkt vorläufig verboten. Ein solches Verbot hätte vor zwei Jahren Wunder gewirkt. Und sie hatten die Macht, uns davor zu bewahren, die Macht, solche wilden Spekulationen zu verhindern. Eine ordentliche Spekulationssteuer hätte so manchen Banker vor der Spekulation mit Subprime Krediten abgehalten. Das dies nur im internationalen Verbund möglich gewesen wäre, ist eine reine Schutzbehauptung. Sie sollen jetzt nicht hinter den anderen herlaufen und mit zornesrotem Kopf rufen: „Haltet den Dieb!“ Sie stecken selber bis zum Hals in der Sache drin.

Und dann gibt es noch welche, die ein Teil dieses ‚Subprime Market Betrugssystems’ sind, die Ratingagenturen. Standard & Poors und Moody’s, die zwei größten amerikanischen Ratingagenturen bescheinigten den faulen Subprime Krediten immer die beste Bonität. Also, ein Betrüger nimmt sich ein Blatt Papier und bescheinigt sich selber mit Datum, Stempel und Unterschrift, daß er ein anständiger Mensch sei und schon ist er kein Betrüger mehr. Mit diesen faulen Krediten haben die Amerikaner die ganze Welt abgezockt. Und obwohl viele, z.B. unsere Bundesregierung, wußten, daß diese Kredite superfaul waren, ließen sie die Amerikaner und unsere tumben Banker gewähren. Das Ergebnis haben wir jetzt.

Aber die ganze Sache hat auch eine gute Seite. Dieser verrückte amerikanische Präsident hätte vielleicht noch auf den letzten Drücker einen Krieg angefangen. Dazu dürfte er jetzt keine Möglichkeit mehr haben. Die Weltmärkte werden zurzeit heftig durchgeschüttelt. Aber danach kommen ruhigere Fahrwasser. Und dann merkt die Welt, daß es ihr ohne die amerikanischen Plünderer und Blutsauger besser geht. Die Welt wird sich von ihnen erholen. Die verbliebenen Industrieländer werden merken, daß es ohne eine ehrliche und anständige Politik gegenüber den Dritte Weltländer nicht geht. Und die Pax Americana mit ihrem Hegemonieanspruch, sie ist vorbei. Und der Dollar als Leitwährung hat auch ausgedient. Ganz still, fast durch die Hintertür wird wohl der Euro die Funktion der Leitwährung übernehmen. China, das 1,4 Billionen Dollar als Devisenbestände bunkerte (wovon es rund ein Drittel durch die Finanzkrise verlor), sowie Schuldverschreibungen in Höhe von rd. 450 Milliarden Dollar der US-Pleitebanken Fannie Mae und Freddie Mac im Portfolio hat, kündigte bereits im September an, seine Devisenbestände teilweise in andere Währungen umzuschichten. Prof. Ziegler, und nicht nur ihn, wird das alles sehr freuen.

Es bleibt spannend, bleiben Sie dran.

Tage Haeddenskjoeld

» Zur Hauptseite wechseln

Bildschirmauflösung:  X  px Pixeldichte: