npd-niedersachsen.de

29.11.2008

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Linksterroristischer Mörder bald wieder auf freiem Fuß

Im Januar wird der führende Kopf der sogenannten „Zweiten Generation“ der linksterroristischen RAF, Christian Klar, auf Bewährung freikommen. Nach dann 26 Jahren ist seine „Mindestverbüßungszeit“ abgelaufen, und die „Reststrafe“ seiner lebenslänglichen Haft wird dann zur Bewährung ausgesetzt werden. Zu dieser Entscheidung kam das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart am gestrigen Montag.
Klar war an drei brutalen Attentaten beteiligt, die die Republik im „Deutschen Herbst“ 1977 erschütterten. Er wurde jeweils als „Mittäter“ beim Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seinen zwei Begleitern, am Bankier Jürgen Ponto und am Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer sowie dessen vier Begleitern verurteilt.
Klar bekam deshalb am 2. April 1985 vom OLG Stuttgart wegen neunfachen Mordes und elf Mordversuchen zunächst fünf Mal lebenslänglich plus 15 Jahre. 1992 erhielt Klar noch ein weiteres „lebenslänglich“ - und zwar wegen eines Bankraubes in Zürich im Jahr 1979, bei dem eine Frau erschossen wurde. Im Februar 1998 setzte das OLG Klars Mindestverbüßungsdauer auf 26 Jahre fest - wegen der besonderen Schwere der Schuld.
In Freiburg geboren und aus einer gutbürgerlichen Lehrerfamilie stammend, hatte Klar sich 1976 in seiner Studentenzeit der RAF angeschlossen. Schon ein Jahr später wurde er zum Mörder. Festgenommen wurde er am 16. November 1982, als er sich einem Waffendepot der RAF näherte. Seit diesem Tag sitzt er ununterbrochen in Haft, seit dem 10. November 1989 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal.
Auf eine öffentliche Entschuldigung seitens Christian Klars wartet die Republik bis heute. Auch hat er sich zu keinem Zeitpunkt bisher eindeutig von seiner verbrecherischen Vergangenheit distanziert. Noch im Dezember 2007 betonte Klar in einem Interview der Wochenzeitung „Freitag“, daß er sich als „politischer Gefangener“ sehe und nicht als Krimineller.
Für den CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer mag die Entscheidung juristisch vertretbar sein, „für die Angehörigen der Opfer der RAF ist sie indessen mit Sicherheit eine schwere Belastung. Christian Klar hat bisher nie auch nur ein Wort des Bedauerns über die Verbrechen der RAF geäußert. Ganz im Gegenteil hat er sich auch in jüngster Zeit noch zu den Zielen, die die RAF verfolgte, bekannt.“
Angesichts dieses mangelnden Schuldbewußtseins ist die Entscheidung des OLG Stuttgarts fragwürdig, die Christian Klar beschied „ daß von ihm keine Gefahr mehr ausgehe“.
Aus Protest gegen die verkündete Freilassung des ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar hat nun Jürgen Vietor, Co-Pilot der 1977 entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“, sein Bundesverdienstkreuz zurückgegeben. Er sei „enttäuscht und verbittert“ über das Urteil des Gerichts. „Die Freilassung“, so Vietor weiter, „verhöhnt alle Opfer der RAF, seien sie tot oder noch am Leben.“
Um einen Arbeitsplatz muß sich Christian in unserer roten Republik auch keine übermäßigen Gedanken machen: Das Berliner Ensemble (BE) geht davon aus, daß der frühere RAF-Terrorist Christian Klar nach seiner Haftentlassung Anfang Januar im kommenden Jahr ein Praktikum am Theater beginnt. Das teilte das von Intendant Claus Peymann geleitete frühere Brecht-Theater am Montag mit. “Wir gehen davon aus, daß Christian Klar nach seiner Haftentlassung den ihm vor einigen Jahren auf seine Anfrage hin angebotenen Praktikumsplatz in der Technik des BE antreten wird.”
Peymann hatte schon in der Vergangenheit mit Angeboten an RAF-Mitglieder für Schlagzeilen gesorgt. Als Schauspieldirektor in Stuttgart ließ er 1977 einen Spendenaufruf für die zahnärztliche Behandlung von inhaftierten RAF-Mitgliedern wie Gudrun Ensslin im Theater aushängen.
Hinter seinem Praktikumsangebot stehe der Gedanke der Resozialisierung, betonte Peymann schon vor einigen Jahren. Nach so vielen Jahren Haft müsse Klar eine Chance zur Rückkehr in die Gesellschaft haben.
Mit sozialer Fürsorge hat das allerdings nichts zu tun, schließlich gibt es Tausende entlassener Straftäter oder völlig unschuldiger Jobsuchender, die einen solchen Praktikumsplatz gebrauchen könnten. Dahinter steht vielmehr die Sucht nach der Aufmerksamkeit der Medien und die selbstgefällige Suche nach dem Skandal. Auf die Schieflage im Umgang mit linksextremistischen Mördern im Zusammenhang mit der offensichtlichen heimlichen Sympathie im bundesrepublikanischen Establishment wirft der Fall Klar wiederum ein deutliches Licht. In diesem Zusammenhang spielt es dann auch keine Rolle, ob die Freilassung Christian Klars juristisch einwandfrei ist oder nicht.

Quelle: http://www.deutsche-stimme.de/ds/

» Zur Hauptseite wechseln

Bildschirmauflösung:  X  px Pixeldichte: