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Verden: Stadtratssitzung vom 15. Dezember 2009 Drucken E-Post
Montag, 21. Dezember 09

ImageDr. Hennig zum Thema Ganztagsschulen und Erinnerungskultur

Die Punkte 9 und, vor allem, 10 der Tagesordnung der Stadtratsitzung zu Verden am 15. Dezember sorgten für einige Aufregung.

Bei Punkt 9 ging es um eine offene Ganztagsschule am Lönsweg.
Entgegen der Meinung sämtlicher Systemvertreter lehnte Dr. Hennig namens der NPD die Vorlage mit der Begründung ab, daß es keinen Sinn mache, die Kinder ganztägig dem Staat auszuliefern.

Er forderte entsprechende Familienhilfen, damit die Eltern ihre Kinder so lange und so viel wie möglich selbst betreuen können.

Hohe Wellen schlug die Vorlage unter Punkt 10, wo es um einen Grundsatzbeschluß „Erinnerungskultur und Demokratie“ ging.
Tatsächlich ging es um die Erneuerung des Güterwagens der Deutschen Reichbahn, der einem Brandanschlag zum Opfer gefallen war und der nun unter einem Schutzdach Platz für weitere Erinnerungen bieten sollte.
Dr. Hennig meldete sich sofort zu Wort.
Er würde, wie er vortrug, der Vorlage durchaus zustimmen, wenn die Gewähr auf geschichtliche Ausgewogenheit gegeben wäre.
So waren zur fraglichen Zeit in Masse deutsche Flüchtlinge und Vertrieben unter erbärmlichen Bedingungen in Viehwägen befördert worden und nicht besser erging es den deutschen Kriegsgefangenen.
Die Fremdarbeiter hingegen arbeiteten in der Regel gegen Tarifbezahlung, waren sozialversichert und reisten mit der dritten Klasse der Reichsbahn.

Da aber ein Herr Wook den „Verein Regionalgeschichte“ vertritt, sei für ihn die Gewähr für geschichtliche Ausgewogenheit nicht gegeben und er müsse daher die Vorlage ablehnen.
Besagter Dr. Wook hatte gegenüber Zeugen geäußert, es gäbe für ihn keine deutschen Opfer, denn Deutsche seien nur Täter. Hat ihn denn noch niemand zum Psychiater empfohlen?
Danach kündigten überraschend zahlreiche Redner der bürgerlichen Parteien ihre Ablehnung der Vorlage an. Sie sahen das Vorhaben als unausgewogen an und zu sehr auf einen deutschen Geschichtsabschnitt begrenzt. Natürlich jeweils mit dem Pflichtritual der Ablehnung des Dritten Reiches, aber immerhin, wie der stellvertretende CDU-Vorsitzende, Richter, mit dem Vorwurf an die Linksparteien, auf dem linken Auge blind zu sein.

Das Abstimmungsergebnis war äußerst knapp im Sinne der Vorlage.
Ein Antrag des CDU-Vorsitzenden Rosenthal, zunächst in den Ausschüssen über die Aufstellung des Güterwagens zu beraten, die die CDU geschlossen ablehnt, ergab mit 15 Zustimmungen, 15 Ablehnungen und 5 Enthaltungen eine Pattsituation zu Lasten des Antragstellers.
Auch wenn jede Berührung mit dem Dritten Reich nach wie vor geradezu zwanghaft ein Ablehnungsritual bei den Systempolitikern auslöst im Sinne eines eingepflanzten Irreseins, so scheinen doch die Dinge in Bewegung zu kommen.

Die Ablehnung einer zweifelhaften Erinnerungskultur durch knapp die Hälfte der Abgeordneten läßt hoffen.

NPD-Verden

Letzte Aktualisierung ( Montag, 21. Dezember 09 )
 
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