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Beim Juso-Chef piept es Drucken E-Post
Mittwoch, 20. Januar 10
Das, was sich am 18.1.10 vor dem Amtsgericht der niedersächsischen Kleinstadt Bersenbrück abspielte, übertraf bei weitem die tollsten Episoden aus der Fernsehreihe „Das königlich-bayrische Amtsgericht.“ Nach dem Augenzeugenbericht eines völkischen Beobachters mußten zwei seiner Kameraden aufgrund von Lachkrämpfen vorzeitig den Gerichtssaal verlassen. Ihr Pech war, daß sie dadurch den Höhepunkt der Zeugenaussagen, die achte, neunte und zehnte Version des Geschehens, glattweg versäumten.

luftballon

Um was ging es? Es ging um viel, um möglichst viele Stimmen bei der Europawahl im Mai 2009. CDU und SPD hatten in der Fußgängerzone des Städtchens Bramsche ihre Info-Stände nebeneinander aufgebaut. Alles schien friedlich, schließlich saß man auch in Berlin zusammen auf der Regierungsbank und beschiß das Volk gemeinsam (und mit vollem Erfolg!).

Doch dann stürzte das Schicksal in voller Wucht über die schwarzen und roten Wahlkämpfer nieder: Eine Mutter mit einem Kleinkind näherte sich. Zunächst der CDU. Weil man ansonsten wenig zu bieten hatte, überreichte man dem Kind einen rosa CDU-Luftballon. Die Mutter bedankte sich für diese politische Großtat und traf bei der Fortsetzung ihres Weges justament auf die GenossenInnen von der SPD, die aufgrund des vorhandenen politischen Alternativprogramms (rote Luftballons) schon in den Startlöchern lauerten. Frühstarter war der damals noch nicht von Leid und psychogener Hörstörung geplagte Bramscher Juso-Chef Christian Lübbe. Flugs schnappte er dem Kind den rosa Luftballon weg und ersetzte ihn durch einen roten.

Was dann geschah, hat Deutschland seit dem Wutsturm des Bundeshandballtrainers Heiner Brand nach dem  verpaßten WM-Finaleinzug in Richtung Schiedsrichter nicht mehr gesehen: Jürgen Kiesekamp, seines Zeichens stellvertretender CDU-Bürgermeister in Bramsche und dem Rentenalter sehr nahegekommen, stürzt sich auf Lübbe und auf die Luftballons. Während die Luftballons ihr Leben sofort aushauchen, überlebt Lübbe, ist seitdem aber schwer leidend, weil der CDU-Luftballon an seinem Ohr zerplatzt sei und es nunmehr fortwährend bei ihm piepe. Auf Rückfrage versichert Lübbe, daß es vorher bei ihm nicht gepiept habe.

Soweit der mehr oder weniger gesicherte Verlauf  des schicksalsträchtigen Geschehens. Was daraus in der Strafverhandlung von den beiden Beteiligten sowie acht Zeugen (die einen CDU-, die anderen SPD-Wahlkämpfer) dem Gericht für Versionen des Kiesekamp-Angriffs gegeben wurden, spottet jeder Beschreibung. Die einen wollen lediglich ein Zurückdrängen, die anderen wollen handfeste Schläge an den Kopf von Lübbe gesehen haben, nicht eine Darstellung war identisch mit einer anderen; es wurde gelogen, daß sich die Balken bogen. Der verzweifelte Richter stellte das Verfahren gegen Kiesekamp schließlich gegen Zahlung einer Geldbuße ein. Ein Zivilverfahren ist weiter anhängig.

Bleibt uns noch, Täter und Opfer baldige Besserung zu wünschen, sie können sie gebrauchen.

NPD Osnabrück

Bildquelle: © Karin Schmidt,
PIXELIO

 
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